Unterrichtsausschluss: Wer pöbelt, fliegt

Samstag, 23.01.2016 DOD

Ein 14-jähriger Schüler beschimpfte im Klassenchat von WhatsApp seine Lehrerin. Die fand das gar nicht lustig, der Schüler wurde 15 Tage vom Unterricht ausgeschlossen. Darauf zogen der Teenager und seine Eltern vor Gericht - und holten sich eine blutige Nase…  

Der Siebtklässler hatte die Leiterin seiner Schule, die ihn unterrichtet, in einer Chatgruppe heftig attackiert, bedroht, und auch im Gespräch mit Mitschülern vulgär beschimpft, unter anderem mit dem Satz: „Die kleine Hure soll sich abstechen.“ Klassenkameraden berichteten der Frau von den abfälligen und drohenden Äußerungen. Die Schulleiterin handelte darauf und ordnete an, dass der Schüler 15 Tage vom Unterricht ausgeschlossen wird. Es sollte ihm eine Lehre sein – zumal er schon zuvor immer wieder negativ aufgefallen war.

Eltern ziehen für den Sohn vor Gericht

Doch die Eltern des Schülers legten Widerspruch ein und beantragten beim Gericht, den Vollzug der Strafe auszusetzen. Sie waren der Meinung, dass das Unterrichtsverbot dem Jungen nicht gut tun würde, da er ohnehin ein nicht so ein guter Schüler wäre. Müsste er zwangsweise zu Hause bleiben, könnten die Schulnoten noch schlechter werden. Deshalb stellten die Eltern einen Eilantrag beim Verwaltungsgericht Stuttgart.

Auch Lehrer müssen sich nicht alles bieten lassen  

Doch die Richter stellten sich auf die Seite der Schulleiterin: Bei den Pöbeleien handle es sich um ein schweres und wiederholtes Fehlverhalten, das zu einer Verletzung der Persönlichkeitsrechte der Schulleiterin sowie zu einer schweren Störung des schulischen Friedens geführt habe. Auch das immer wiederkehrende Fehlverhalten müsse eine Schule nicht dauerhaft hinnehmen. Der Unterrichtsausschluss sei daher rechtmäßig und vor allem auch verhältnismäßig.

Textbezogene Paragraphen / Urteile:

Verwaltungsgericht Stuttgart, Urteil vom 14. Dezember 2015, Aktenzeichen: 12 K 5587/15

Junge mit Handy

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23.01.2016 10:35
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