So rasch wie möglich: Das Unfallauto muss runter von der Straße

Donnerstag, 11.02.2016 DOD

Ist ein Auto nach einem Unfall nicht mehr fahrbereit, darf es nicht einfach am Straßenrand oder auf einem Parkplatz stehen gelassen werden. Es muss rasch entfernt werden. Sonst sind Bußgelder oder sogar noch härtere Strafen die Folge…

Die Gesetzeslage ist eindeutig: Ist ein Auto in Folge eines Unfalls nicht mehr fahrbereit, muss es vom Ort des Geschehens abtransportiert werden. Schlimmstenfalls kann ansonsten ein Strafverfahren wegen Umweltverschmutzung drohen. Zum Beispiel dann, wenn Betriebsstoffe wie Öl, Benzin oder Hydraulikflüssigkeiten auslaufen und das Grundwasser gefährden. Werden Flüsse oder Seen verunreinigt, drohen Geld- oder sogar Haftstrafen.

Die Kommune kümmert sich – und will Geld sehen

Aber auch sonst kann es teuer werden. Kümmert sich der Halter nach dem Unfall nämlich nicht um das Abschleppen des Wagens, übernimmt das in der Regel die Gemeinde. Zu den Abschleppkosten kommen dann noch Verwaltungsgebühren hinzu.

Mit jedem Tag wird es teurer

Ist ein Fahrzeug in nicht verkehrssicherem Zustand, besteht laut Gesetz auch kein Anspruch darauf, dass die Gemeinde es auf einen Parkplatz umsetzt. Die Folge: Kümmert sich der Halter nicht selbst, wird das Auto in einer öffentlichen Verwahrungsstelle untergebracht, was nach Auskunft des ADAC zusätzlich Gebühren von 20 bis 30 Euro am Tag verursacht. Hinzu kommen die Abschleppkosten sowie Verwaltungsgebühren.

Leugnen ist zwecklos

Das Abstellen eines schrottreifen Autos kann von den Behörden auch als „Sondernutzung der Straße oder des Gehweges“  - und somit als nicht ordnungsgemäße Entsorgung von Abfall - gewertet werden. Dann droht ein Bußgeldverfahren. Leugnen hilft dabei nicht: Der Halter bleibt anhand der Fahrzeug-Identifikationsnummer auffindbar, selbst wenn er das durch Entfernen der Nummernschilder zu verhindern versucht oder das Auto schon lange abgemeldet ist.

Der Abschleppwagen ist am billigsten

Glimpflichste Strafe ist dann noch, wenn das Zurücklassen des Unfallautos „nur“ als Falschparken gewertet wird. Parken auf dem Gehweg wird mit einem Verwarnungsgeld von 20 Euro bestraft, ab einer Stunde werden 30 Euro fällig. Liegt zudem eine Behinderung von anderen Verkehrsteilnehmern vor, muss der Halter mit 25 Euro rechnen. Ratsam ist daher, nach einem Unfall schnell den Abschleppdienst zu rufen und das Auto weg von öffentlichen Straßen und Plätzen bringen zu lassen.

Textbezogene Paragraphen / Urteile:

Straßenverkehrsordnung (StVO), Paragraph 12 und 13

Strafgesetzbuch (StGB),  Paragraph 324

ADAC Abschleppdienst

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Unfallauto muss runter von der Straße
Ist ein Auto nach einem Unfall nicht mehr fahrbereit, darf es nicht einfach am Straßenrand oder auf einem Parkplatz stehen gelassen werden. Es muss rasc...
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