Überlastung des Gerichts: 37-Jähriger muss acht Jahre auf Freispruch warten

Mittwoch, 04.03.2015 BJ

Ist das noch zumutbar? Vor acht(!) Jahren wurde ein Mann wegen Raubes angeklagt - und musste wegen Überlastung der Gerichte bis heute auf sein Urteil „unschuldig“ warten…

Nachdem die Staatsanwaltschaft aus prozesstechnischen Gründen ganze drei Jahre zugewartet hatte, lag die Strafsache weitere fünf Jahre beim Landgericht Düsseldorf unbearbeitet in der Ecke. Später rechtfertigte sich die Justiz damit, dass grundsätzlich Termine mit Inhaftierungen Vorrang hätten. So wurden rund 50 ähnliche Verfahren ebenfalls über Jahre hinweg aufgeschoben.

Ein Leben zwischen Knast und Freiheit

Was ein solch ungewisses Leben bis zur Gerichtsverhandlung für den Einzelnen bedeuten mag, scheint unseren Staat jedoch wenig zu kümmern. So hat unser Mann nach seinem Freispruch keinerlei Entschädigung für seine jahrelange zermürbende Ungewissheit bekommen. Einen kleinen Lichtblick gibt es allerdings: Das Landgericht Düsseldorf gibt an, seit dem 01. Januar diesen Jahres eine neue Strafkammer eingerichtet zu haben, um die vielen Altfälle „abzuarbeiten“. Eine weitere soll im Sommer folgen. Ein Trost, wenn auch ein schwacher.

Textbezogene Paragraphen / Urteile:

Landgericht Düsseldorf Urt. v. 24.02.2015 

§ 264 StGB

Mann auf Steg

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04.03.2015 09:00
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