38-jährige Ärztin tötet 85-jährigen Ehemann mit Spritze

Samstag, 15.08.2015 BJ

Von der Prostituierten zur Anästhesistin, aber ihre Geschichte holte sie dennoch ein: Eine 38-jährige tötet ihren 85-jährigen Ehemann nach einem Streit, weil dieser dafür sorgen wollte, dass die früher drogenabhängige Frau ihre Berufszulassung verliert...

Sie habe immer nur ihr Lebensziel verfolgt“, sagte die 38-jährige Frau vor dem Landgericht Aachen, welches über den Vorwurf des heimtückischen Mordes zu entscheiden hatte: „Ich wollte als Anästhesistin arbeiten.

Gute Vorsätze, steile Karriere

Die inzwischen verurteilte Frau arbeitete in jungen Jahren als Prostituierte. Im Jahre 2001 zog sie dann zu einem ehemaligen Freier, der ihr Schule, Studium sowie die Ausbildung als Ärztin ermöglichte und finanzierte. Schließlich heirateten sie, doch schon kurz nach der Hochzeit im Jahre 2010 lernte die Frau in einem Chat-Raum einen anderen Mann kennen.

Bewerbungen als Anästhesistin

Nach der Ausbildung bewarb sie sich als Ärztin. Diese Entwicklung war dem inzwischen bettlägerigen Ehemann plötzlich nicht mehr recht: Er wollte die frischgebackene Medizinerin für sich alleine haben.

Den Berufseinstieg seiner Frau wusste er geschickt zu verhindern, indem er den Bewerbungen heimlich Zettel zufügte, die auf die damalige Drogensucht seiner Frau hinwiesen. Trotz aller Bemühungen flatterte aber dennoch eine Zusage ins Haus. Daraufhin räumte der Ehemann sämtliche Konten leer und ließ diese sperren. 

Traumberuf war in Gefahr: Tod des Ehemannes als Lösung

Der Ehemann drohte seiner Ehefrau, dafür zu sorgen, dass diese ihre Approbation verliere, wenn sie ihren Job nicht freiwillig an den Nagel hinge. Danach habe die junge Ärztin dem bettlägerigen Mann „wie von Sinnen“ eine Spritze mit einer Überdosis Morphium gesetzt, rechtfertigte sich die Ärztin vor Gericht. Dem schenkte das Gericht keinen Glauben. „Eine so hohe Erregung hat es nicht gegeben“, sagte der Vorsitzende Richter.

Acht Jahre wegen Totschlags, statt Lebenslänglich wegen Mordes

Das Landgericht Aachen sprach die Ärztin wegen Totschlags für schuldig. Das Gericht verhängte eine Freiheitsstrafe von acht Jahren. Zudem wurde ein lebenslanges Berufsverbot ausgesprochen. Die Voraussetzungen für den Mordtatbestand konnten vom Gericht nicht ohne verbleibende Restzweifel festgestellt werden, sodass eine Verurteilung lediglich wegen Totschlags erfolgte. „Jetzt steht sie vor ihrem eigenen Scherbenhaufen“, sagte der Richter in Bezug auf den kuriosen Lebenslauf der Verurteilten.

Textbezogene Paragraphen / Urteile: 

§§ 211, 212 StGB

vgl. Landgericht Aachen Urt. vom 14.04.2014

Spritze

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15.08.2015 13:00
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