Das „Butterbrotpapier“-Testament: Wollte Oma das wirklich?

Mittwoch, 02.03.2016 MLK

Als die Oma mit 102 Jahren starb, bestanden die Enkel auf das Erbe. Schließlich hätte die Großmutter das so in ihrem Testament gewollt. Das Problem: Die alte Dame hatte ihren letzten Willen auf „Butterbrotpapier“ geschrieben…

Erst kürzlich haben wir uns auf Advopedia mit der Frage beschäftigt: „Lenßens Tipp: Kann ein Brief ein Testament sein?“. Und wir haben festgestellt: Ein Testament muss handgeschrieben, unterschrieben und datiert sein, und der Erblasser muss vor allem einen sogenannten „Testierwillen“ gehabt haben. Und genau das war dann auch der ausschlaggebende Punkt im „Butterbrotpapier-Fall“ der Oma.

Enkel wollen das Erbe

Die Enkel legten zwar ein ungefähr 8 x 10 cm großes Papierstück von 1986 vor, außerdem noch dieses Pergamentpapier. Doch das Amtsgericht und das Oberlandesgericht waren in diesem Fall einer Meinung: Ein Testierwille der Oma konnte nicht nachgewiesen werden.

Wer schreibt Testament schon auf Butterbrotpapier?

Denn die Gerichte sahen die Wahrscheinlichkeit, dass es sich dabei lediglich um den Entwurf eines Testaments handelte, als zu hoch an, da der Text nicht in ganzen Sätzen gefasst war, und das „Dokument“ eher den Eindruck eines „Fresszettels“ vermittelte. Die Enkel bekamen daher keinen Erbschein.

Textbezogene Paragraphen / Urteile:

OLG Hamm Beschl. v. 27.11.2015, 10 W 153/15

Zerknülltes Papier

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