Ein Messie darf vor die Tür gesetzt werden

Mittwoch, 02.09.2015 DOD

Mitbewohner aus dem Haus beschwerten sich schon lange über den penetranten Gestank, der aus der völlig vermüllten Wohnung des Mannes kam. Als die Vermieterin sich die Räume ansah, traf sie fast der Schlag: Alles war verdreckt, der Badezimmerboden war mit einem Schmierfilm überzogen. Es stank nach Pferdesalbe, Schuhputzcreme und Reinigungsmittel. Und überall lagen vergammelte Lebensmittel und Medikamente herum…

Zwei andere Mieter waren wegen des Gestanks bereits ausgezogen, an neue Bewohner konnte man die Wohnungen nicht vermieten. Doch der 82-Jährige, der bereits seit mehr als 50 Jahren in der Ekelwohnung hauste, weigerte sich, die Wohnung zu räumen. Der Gestank käme aus dem alten Klo - und den Eimer mit der Pferdesalbe werde er in Zukunft auch sorgfältiger verschließen. Außerdem werde er den Balkon nicht mehr als Müllplatz benutzen.

Ein Messie stört den Hausfrieden

Doch in Anbetracht der sehr verdreckten Wohnung gaben die Richter der Vermieterin Recht: „Der Mann sei nicht in der Lage, seine Wohnung sauber zu halten, was Auswirkungen auf sein gesamtes Wohnumfeld hat.“ Der Messie musste also die Wohnung, die er so vermüllt hatte, und in der er schon mit seinen Eltern lebte, räumen. Tragisch für den alten Mann, aber seine Nachbarn können jetzt auf- und im Hausflur auch wieder durchatmen.

Textbezogene Paragraphen / Urteile:

Amtsgericht Bonn, Urteil vom 02. Oktober 2014, Aktenzeichen: 201 C 334/13

BGB, Paragraph 573, Abs. 2, Nr. 1

Toilette, getty_images

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