So profitieren Sie bald vom Mieterstromgesetz

Freitag, 19.05.2017

Das Mieterstromgesetz kommt. Im April 2017 hat das Bundeskabinett grünes Licht gegeben, der Bundestag soll es noch in dieser Legislaturperiode durchwinken. Wichtigstes Ziel des Gesetzes ist, Mieter vor Ort günstiger mit Solarstrom zu versorgen. An Kritik mangelt es jedoch nicht. 

Was bewirkt das Mieterstromgesetz?

Stellt ein Immobilienbesitzer seinen Mietern Strom aus der hauseigenen Solaranlage zur Verfügung, soll er künftig bei den Kosten entlastet werden. Damit kann er den Solarstrom günstig anbieten, wobei dem Mieter das Wahlrecht des Stromanbieters bleibt.

Die wichtigste Kostenentlastung gemäß Mieterstromgesetz liegt in einem Entfall der EEG-Umlage (6,88 Cent pro Kilowattstunde), die bisher in voller Höhe zu zahlen ist. Eigenheimbesitzer mit selbst erzeugtem Solarstrom sind dagegen bereits davon befreit.

Als Mieter können Sie vom Mieterstromgesetz profitieren, denn „hauseigener“ Solarstrom wird günstiger. Gerade in den Großstädten verspricht sich der Gesetzgeber zugleich einen Investitionsschub bei Solaranlagen auf Hausdächern. Hier könnte der positive Effekt also besonders groß sein.

Welche Kritik am Mieterstromgesetz gibt es?    

Kritik kommt aus verschiedenen Lagern, die wichtigsten Punkte haben wir hier zusammengestellt:

  • Der Gesetzentwurf sieht vor, dass die Kostenentlastung nur in dem Haus gilt, auf dem der Solarstrom erzeugt wird. Das schließt viele Gebäude und damit viele Mieter aus. So fordern unter anderem die Grünen, die Regelung auf ganze Häuserblocks zu erweitern, solange keine Einspeisung ins öffentliche Stromnetz erfolgt.
  • Kritiker wie der Bundesverband der Deutschen Energiewirtschaft befürchten, dass das Gesetz zu einer ungerechten Kostenverteilung führt. Während wenige Bezieher vom hauseigenen Solarstrom profitierten, müsste die Mehrheit aufgrund höherer Netzentgelte tiefer in die Tasche greifen.
  • Offen ist bislang, ob der bürokratische Aufwand gerade die Betreiber kleinerer Anlagen nicht überfordert. Als Stromlieferant unterlägen sie dann aufwändigen Informationspflichten, die nur schwer zu stemmen wären. Vorgeschlagen wird unter anderem, die Betreiber von Anlagen bis zu zehn Kilowatt von den Pflichten zu befreien.

Ob Sie persönlich vom Mieterstromgesetz profitieren, hängt also vor allem an Ihrer Wohnsituation. Für Mieter eines geförderten Hauses ist das wahrscheinlich. Auch für den Hausbesitzer ist das Modell finanziell interessant. Nicht profitieren können nach jetzigem Stand Gewerbetreibende – und all jene, deren Haus auch künftig die blanken Dachschindeln zeigt.   

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Wichtigstes Ziel des Mieterstromgesetzes ist, Mieter vor Ort günstiger mit Solarstrom zu versorgen.
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19.05.2017 09:00
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