Abgetrennter Finger ist kein Reisemangel

Donnerstag, 07.04.2016 DOD

Dumm gelaufen: Beim Aufklappen eines Liegestuhls im Hotel verletzte sich ein Urlauber so stark, dass seine Fingerkuppe abgetrennt wurde. Darauf klagte er auf Schadensersatz wegen „Reisemangel“…

Der Mann wollte sich in seinem gebuchten Hotel gemütlich in die Sonne legen. Fehlte nur noch die geeignete Sitzgelegenheit. Doch was so einfach aussah, endete sehr schmerzhaft: Der Liegestuhl klappte plötzlich nach hinten und trennte dem Urlauber die Fingerkuppe ab. Der Mann sah in seinem Unglück einen Reisemangel und klagte gegen den Veranstalter.

Sind fingerfressende Liegestühle ein Reisemangel?

Doch er hatte wieder Pech, denn die Richter am Oberlandesgericht in Düsseldorf sahen keinen Grund für die Schadenersatzforderung. Die Begründung: „Zwar müsse ein Reiseveranstalter für die Sicherheit seiner Kunden am Urlaubsort sorgen, dies betreffe aber vor allem den baulichen Zustand des Hotels“. Da so ein Liegestuhl in der Regel außerdem nicht zu den gefährlichen Gegenständen gehört, sei es dem Reiseveranstalter nicht zuzumuten, jeden Stuhl auf seine Funktion zu testen. In diesem Fall hätte jeder Liegestuhl in jeder möglichen Position getestet werden müssen, um den Defekt zu erkennen. Dies könne ein Reisender von einem Veranstalter nicht erwarten. 

Der Mann ging leer aus.

Textbezogene Paragraphen / Urteile:

Oberlandesgericht Düsseldorf, Urteil vom 16. Dezember 2014, Aktenzeichen I-21 U 67/14

Liegestuhl am Strand

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Schadensersatz: Abgetrennter Finger ist kein Reisemangel
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07.04.2016 11:42
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