Mietpreisabzocke: Vermieter verlangte von Ausländern höhere Mieten

Montag, 19.01.2015 BJ

Eigentlich war die zweite Erhöhung des Mietpreises in einem Mehrfamilienhaus in Berlin durchaus berechtigt - weil aber der Vermieter diese nur den türkischen und arabischen Familien im Haus zukommen ließ, muss er nun insgesamt 30.000.- € Entschädigung zahlen…

Grund für den Eklat war, dass sämtlichen deutschen Nachbarn in dem Mehrfamilienhaus die Miete nur einmal erhöht worden war. Die zweite berechtigte und abgesegnete Mieterhöhung erhielten aber nur die „ausländischen“ Bewohner, obwohl diese überwiegend schon seit vielen Jahren dort wohnten. Zwei türkische Mieter reichten darauf Klage beim Amtsgericht Tempelhof-Kreuzberg ein.

Gleichheit für alle!?

Und sie bekamen Recht. Die Richter stellten eine Ausländerdiskriminierung fest und verurteilten den Vermieter zu einer Strafe in Höhe von 30.000.- €. Ende gut, alles gut? Die Mieter haben gesiegt, und der abgestrafte Vermieter zieht zerknirscht davon? Auf den ersten Blick ja. Wenn man aber weiß, dass viele der Mieter auf Grund der Mietpreiserhöhung aus ihren Wohnungen ausgezogen sind und „deutschen“ Mietern den Platz überlassen haben - nun, es hat schon Vermieter gegeben, die solche „Säuberungsaktionen“ mehr gekostet haben…

Textbezogene Paragraphen / Urteile:

Amtsgericht Tempelhof-Kreuzberg Az. 25 C 357/14

Innenhof-Schranke

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