Reiserecht geändert: Rücktrittsrecht erst ab 8 Prozent Preisaufschlag

Freitag, 02.06.2017

Keine guten Nachrichten für Verbraucher: Der Bundestag hat das Reiserecht geändert. Das Rücktrittsrecht gilt jetzt erst ab acht Prozent Preisaufschlag. Zudem ändert sich Einiges für Tagesreisen und die Buchung von Ferienhäusern.

Der Bundestag setzt in Zukunft eine EU-Richtlinie zum Reiserecht um. Ab Sommer 2018 wird sie auch in Deutschland gelten. Sie fällt leider nicht zugunsten des Verbrauchers aus. Bisher durften Reisende vom Rücktrittsrecht Gebrauch machen, wenn die Reise um fünf Prozent teurer wurde als ursprünglich im Vertrag angegeben. Mit der neuen Regelung ist dies erst ab einer Preiserhöhung von acht Prozent möglich. Außerdem wird es dem Reiseveranstalter erlaubt sein, den Preis noch bis 20 Tage vor Beginn der Reise anzuheben. Das war bis zum jetzigen Zeitpunkt nur bis vier Monate vor der Reise möglich. Die Preiserhöhung muss aber aus bestimmten Gründen erfolgen, zum Beispiel. wegen gestiegener Treibstoffpreise.

Tagesreisen fallen aus dem Reiserechtsschutz

Auch die neuen Regelungen zu Tagesreisen und Ferienhäusern schränken die Rechte der Verbraucher ein. Für Tagesreisen gilt in Zukunft nicht mehr der gleiche Rechtsschutz wie bei Pauschalreisen. Das bedeutet, dass der Reisende nicht mehr vor der Insolvenz des Anbieters geschützt ist und auch bei Pannen kein Recht auf Schadensersatz hat – etwa, wenn der Reisebus starke Verspätung hat. Erst bei Tagesreisen ab einem Wert von 500 Euro gilt der Rechtsschutz wieder – ein schwacher Trost, sind doch die allermeisten Tagesreisen günstiger. Auch die Buchung von Ferienhäusern wird risikoreicher. Geht der Anbieter pleite, ist die Anzahlung leider weg.

Ein kleiner Hoffnungsschimmer

Der Bundesrat hat dem neuen Gesetz, in dem Tagesreisen und Ferienhäuser aus dem Reiserecht fallen, noch nicht zugestimmt. Verbraucherschützer hoffen, dass er dagegen Einspruch erhebt.
Die einzige positive Neuerung für den Verbraucher gibt es übrigens für Schadensersatzklagen bei Pauschalreisen. Die neue EU-Richtlinie schreibt vor, dass der Verbraucher zwei Jahre Zeit hat, gegen Reisemängel zu klagen. Bisher hatte er nur einen Monat Zeit dafür.

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02.06.2017 11:58
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