Prozess für schwulenfeindliche Standesbeamtin in den USA

Donnerstag, 04.05.2017

Eine Standesbeamtin in Kentucky wollte nicht einsehen, dass gleichgeschlechtliche Ehen in den USA legal sind. Sie weigerte sich, zwei homosexuellen Männern eine Heiratslizenz auszustellen. Jetzt erwartet sie ein Prozess.

Vor zwei Jahren wollte das homosexuelle Paar David Emold und David Moore heiraten. Sie hatten die Rechnung aber ohne die eiserne Gläubigkeit der örtlichen Standesbeamtin Kim Davis gemacht. Die homosexuelle Ehe sei nicht mit ihrem christlichen Glauben vereinbar. Daher verweigerte sie dem Paar eine Heiratslizenz, die in den USA notwendig zur Eheschließung ist. Davis tat dies, obwohl der Oberste Gerichtshof der Vereinigten Staaten gerade die homosexuelle Ehe legalisiert hatte.

Standesbeamtin wollte angeblich niemanden diskriminieren

Auch heterosexuellen Paaren stellte Davis in der Zeit keine Heiratslizenz aus, um nicht unter Verdacht zu geraten, bestimmte Menschengruppen zu diskriminieren. Welch absurde Logik! Es nutzt alles nichts: Vergangenen Dienstag (02.05.) wurde die Klage des schwulen Paares Ermold und Moore zugelassen. Die Standesbeamtin saß zwischenzeitlich 5 Tage in Beugehaft. Diese kann angeordnet werden, wenn ein Zeuge oder eine Zeugin eine wichtige Aussage in einer Strafsache verweigert.

Der Fall der Kim Davis wurde in den letzten zwei Jahren von der Presse breitgetreten. Fundamentalistische Christen feiern sie als Heldin, sogar Papst Franziskus soll ihr Mut zugesprochen haben. Inzwischen hat der Bundesstaat Kentucky seine Vorschriften geändert: Standesbeamten und -beamtinnen müssen jetzt nicht mehr auf einer Heiratslizenz unterschreiben – der Antrag auf Eheschließung ist auch so gültig.

Gerichtssaal USA

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04.05.2017 14:30
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