Der Stinkefinger kann teuer werden

Samstag, 27.06.2015 DOD

Er ist schnell in die Höhe gestreckt und gehört fast schon zum gewohnten Bild im Straßenverkehr. Doch wer als Autofahrer anderen den gestreckten Mittelfinger zeigt, muss mit Konsequenzen rechnen. Das kann dann sehr schnell sehr teuer werden, und auch der Lappen ist wesentlich schneller weg, als man glauben mag…

Der Taxifahrer war genervt. Vor ihm fuhr – aus seiner Sicht zumindest – viel zu langsam ein anderes Auto. Der Taxifahrer gab deswegen Gas, überholte die „Verkehrsbehinderung“ mit hohem Tempo und zeigte im Vorbeifahren den ausgestreckten Mittelfinger. Dann scherte er so knapp vor dem anderen Pkw ein, dass dessen Fahrer mit einer Vollbremsung reagieren musste, um so einen Auffahrunfall verhindern zu können. Der so ausgebremste Fahrer sah deshalb den Tatbestand der Nötigung und Beleidigung als gegeben an und zog darauf vor Gericht.

Beleidigung ist kein Kavaliersdelikt

Das Gericht gab dem Autofahrer Recht und verurteilte den Taxifahrer zu einer Geldstrafe von 1.000 Euro und einem Fahrverbot. Denn „das verkehrswidrige Überholmanöver in Verbindung mit der völlig unangebrachten Nötigung stelle einen im Straßenverkehr nicht tolerablen Exzess dar“, hieß es in der anschließenden Begründung. Dieser müsse daher ein zumindest einmonatiges Fahrverbot nach sich ziehen.

Textbezogene Paragraphen / Urteile:

Amtsgericht München, Urteil vom 25. Juni 2015, Aktenzeichen: 922 Cs 433 Js 114354/15

Stinkefinger

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