Fröhliche Weihnachten: In Bayern wird der „Idiotentest“ jetzt zur Pflicht!

Samstag, 19.12.2015 PK

In den meisten Bundesländern gilt die Regel: Mehr als 1,6 Promille Alkohol im  Blut – ab zur MPU. Doch den Bayern war das offensichtlich noch zu wenig, denn ein Gericht entschied nun: Die MPU wird zur Pflicht! Und zwar bei jeder(!) Trunkenheitsfahrt mit Führerscheinentzug…

In den meisten Bundesländern kommen Ersttäter ohne diesen sogenannten „Idiotentest“  - der MPU (medizinisch-psychologische Untersuchung) - davon, wenn sie mit weniger als 1,6 Promille erwischt wurden. Doch Baden-Württemberg, Berlin und neuerdings auch Bayern fahren da einen härteren Kurs (Siehe unser Video: „Neue Promillegrenze für MPU“). 

Ohne MPU ist die Pappe für immer weg

Fast jeder, der wegen Alkohol seinen Führerschein abgeben muss, bekommt ihn dort nur nach der erfolgreich absolvierten MPU wieder erteilt – also auch bei weniger als 1,6 Promille. Kürzlich so entschieden vom bayerischen Verwaltungsgerichtshof. Im Urteil heißt es wörtlich: „Nach strafgerichtlicher Entziehung der Fahrerlaubnis (...), die auf einer Teilnahme am Straßenverkehr unter Alkoholeinfluss beruht, ist im Wiedererteilungsverfahren unabhängig von der bei der Verkehrsteilnahme vorgelegenen Blutalkoholkonzentration die Beibringung eines medizinisch-psychologischen Gutachtens anzuordnen.“

40 Prozent fallen durch den Test

Vorausgegangen war ein Verfahren gegen eine Frau, die man wegen 1,28 Promille zur Fußgängerin degradiert hatte. Sie klagte gegen die MPU-Anordnung und verlor. Rechtskräftig ist das Urteil noch nicht. Das Gericht hat die Revision zugelassen. Ob die Erfolgsaussichten die hohen Kosten rechtfertigen wird, ist im Vorwege schwer einzuschätzen. Klar ist immerhin soviel: Die meisten betroffenen Autofahrer haben wohl eher Angst davor, den Test zu vergeigen. Anders ist kaum zu erklären, dass einige nach ihrer Verurteilung lieber in ein anderes Bundesland umgezogen sind, um den Führerschein ohne Idiotentest zurück zu bekommen. Teuer ist der Test nämlich obendrein: Mit allen Vorbereitungskursen und Abstinenznachweisen landet man schnell im vierstelligen Bereich – und etwa 40 Prozent der Prüflinge bestehen den Test nicht.

Textbezogene Paragraphen / Urteile:

Bayerischer VGH - 11 BV 14.2738

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