Anders Breivik: Ein Massenmörder fordert mehr Luxus in seiner Zelle

Mittwoch, 16.03.2016 PK

Er ist der gefährlichste rechtsextreme Terrorist Norwegens: Anders Breivik tötete am 22. Juli 2011 in Oslo acht Menschen mit einer Bombe, danach erschoss er 69 weitere auf der Insel Utøya. Trotz dieser unfassbar grausamen Taten bekam der Mann damals einen fairen Prozess. Doch jetzt müssen sich die Richter wieder mit ihm beschäftigen: Breivik klagt wegen seiner Haftbedingungen und fordert unter anderem eine neue Spielekonsole - seine jetzige sei veraltet…

Auch wenn Breivik für lange Zeit weggeschlossen wurde (21 Jahre Haft), haben die Norweger keine Ruhe vor ihm: Der rechtsextreme Massenmörder klagt jetzt, weil es ihm in der Haft an Luxus mangelt. Dabei hat er bereits drei Zellen für sich allein. Er darf Zeitungen lesen, fernsehen und hat eine Spielekonsole. Auch um diese geht es im Prozess, der jetzt mit Breivik als Kläger stattfindet: Die Spielekonsole ist ein veraltetes Modell – aber der norwegische Staat verweigert dem Häftling eine neue. Breivik nennt das Folter.

Zur Sicherheit: Isolationshaft

Als vor kurzem eine seiner drei Zellen für einen anderen Häftling genutzt werden sollte, drohte Breivik mit Hungerstreik. Das hat er übrigens schon öfter getan – tatsächlich die Nahrungsaufnahme verweigert hat er bisher jedoch nie. Dass eine 21-jährige Isolationshaft (voraussichtlich mit anschließender Sicherungsverwahrung) schwer zu ertragen ist, bestreitet niemand: Die Gefängnisleitung gestattet ihrem gefährlichsten Insassen einmal am Tag eine halbe Stunde Hofgang. Kontakt zu anderen Häftlingen hat er nicht. Und Besucher empfangen darf er auch nicht. Bislang gab es davon nur eine Ausnahme: Anfang 2013 durfte ihn seine todkranke Mutter in seiner Zelle besuchen. Sie verstarb wenige Wochen später.

Von Reue keine Spur, aber Mitleid fordern

Reue kennt der Attentäter nicht. Und seine krude Ideologie trägt er offen zur Schau: Zum Prozess, in dem es eigentlich um bessere Haftbedingungen geht, erschien Breivik mit kahlrasiertem Schädel und hob die rechte Hand zum Hitlergruß. Und wenn sich jetzt viele fragen, warum man so einem Monster überhaupt gestattet, zu klagen – hier ist die einzig mögliche, aber auch richtige Antwort: Damit die Welt sieht, dass ein Staat in seinen Grundfesten unerschütterlich ist und dass jeder das Recht hat, für seine Belange einzutreten. Und das auch, wenn es sich für einige ungerecht anfühlt. Ob es Breivik tatsächlich zur neuen Spielekonsole und weiteren Hafterleichterungen bringt, sei mal dahingestellt. Hauptsache, der Mann bekommt nie wieder die Gelegenheit, ein solch unsägliches Leid über andere Menschen zu bringen.

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16.03.2016 14:07
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