Knallkörper geworfen: Fan muss 30.000 Euro Strafe zahlen

Dienstag, 26.05.2015 PK

Wegen der hohen Verletzungsgefahr für Spieler und Zuschauer sind in den Stadien unter anderem Glasflaschen verboten – und natürlich Knallkörper. Ein neues Gerichtsurteil unterstreicht, dass man sich besser an dieses Verbot halten sollte…

Einer, der das nicht tat, muss jetzt tief in die Tasche greifen: Der 41 Jahre alte Fan des Fußballbundesligisten 1. FC Köln zündete während des Spiels gegen den SC Paderborn einen Böller und warf ihn in die unteren Zuschauerreihen. Sieben Menschen wurden dadurch verletzt, und der Werfer strafrechtlich belangt: Der Mann wurde wegen Körperverletzung zu einer 18-monatigen Haftstrafe auf Bewährung verurteilt. Außerdem hatte die Angelegenheit für ihn jetzt auch noch ein zivilrechtliches Nachspiel.

Bei Geld hört die Freundschaft auf

Denn der 1. FC Köln wurde seinerseits vom Deutschen Fußballbund zu einer Strafe von 50.000 Euro verurteilt, zusätzlich musste er 30.000 Euro in neue Sicherheitsmaßnahmen im Stadion investieren. Einen Teil dieser Summe, nämlich stolze 30.000 Euro, verlangte der Verein deshalb von seinem bereits verurteilten Fan zurück. Aber so innig, dass er mehr als ein Jahresgehalt opfern würde, war die Liebe des Mannes zum 1.FC dann wohl doch nicht: Er weigerte sich zu zahlen, und die Sache kam vor Gericht.

Mit der Begeisterung ist vorerst Schluss

Doch jetzt wird er womöglich seinen Lieblingsverein wechseln, denn das Landgericht Köln verurteilte den Mann tatsächlich zur Zahlung der 30.000 Euro. Wie die Richter betonten, entsteht nämlich „zwischen Verein und Zuschauer beim Betreten des Stadions ein Schuldverhältnis, aus dem sich die Verpflichtung ergibt, auf andere Zuschauer Rücksicht zu nehmen“. Heißt im Klartext, der Mann hatte sich daneben benommen und muss jetzt deswegen zahlen.

Kaum anzunehmen, dass der 1.FC über die mangelnde Begeisterung ihres ehemaligen Anhängers sonderlich beunruhigt ist – auf solche Fans kann man getrost verzichten.

Textbezogene Paragraphen / Urteile:

Landgericht Köln: 7 O 231/14

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