Nix mit Home Office für Mütter

Donnerstag, 18.06.2015 DOD

Die Firma ist in eine andere Stadt gezogen – was nun? Denn da Pendeln immer auch auf Kosten des Familienlebens geht, wäre es natürlich verlockend, die Arbeit zukünftig von zu Hause aus erledigen zu können. Doch via Home Office zu arbeiten, ist nicht jedem Arbeitnehmer vergönnt. Und verweigert der Arbeitgeber seine Zustimmung, bleibt den Betroffenen nur der Gang vor das Arbeitsgericht…

Mit dem Büro zu Hause lassen sich Alltag und Arbeit viel flexibler verbinden. Gerade wer kleine Kinder hat, kann davon ein Lied singen. Doch nicht viele Firmen wollen ihren Mitarbeitern das Leben leichter machen. Sei es die fehlende Kontrolle oder der etwas teurere Arbeitsplatz, der die Firmenchefs davon abhält. 

Täglich 1,5 Stunden hin und 1,5 Stunden zurück

Eine Angestellte bei einer Versicherung hat es trotzdem versucht. Wegen eines Umbaus verlagerte die Versicherung die Arbeitsplätze von Saarbrücken nach Mainz. Das hieß für die Frau, jeden Tag 1,5 Stunden hin und wieder zurück zu pendeln. Der Frau war das jedoch zu viel, und nach der Geburt ihres Kindes und nach Ende der Elternzeit wollte sie deswegen gerne von zu Hause aus arbeiten. Zumal ihr Kind an einer emotionalen Störung leidet und sie es nicht in eine Betreuung geben konnte. Als der Arbeitgeber jedoch ablehnte, ging die Angestellte vor Gericht und klagte auf einen Arbeitsplatz zu Hause.

Erst mal krankgeschrieben

Die Frau ist seit dem abgelehnten Antrag der Versicherung ununterbrochen krankgeschrieben. „Sie leide an einer mittelgradigen bis schweren depressiven Episode, die durch den vorliegenden Arbeitsplatzkonflikt ausgelöst wurde“, so die Begründung der Ärzte.

Urteil: Kind ist kein zwingender Grund für Heimarbeit

Die Richter des Landesarbeitsgerichts Rheinland-Pfalz hatten jedoch kein Einsehen: „Zwar müssen Arbeitgeber auf die familiäre Situation ihrer Mitarbeiter Rücksicht nehmen, Angestellten haben jedoch keinen zwingenden Anspruch auf einen Arbeitsplatz an ihrem Wohnort oder sogar zu Hause. Home Office für berufstätige Mütter sei eine freiwillige Leistung des Unternehmens. Einen Anspruch darauf habe man nicht.“

Textbezogene Paragraphen / Urteile:

Landesarbeitsgericht Rheinland-Pfalz, Urteil vom 18. Dezember 2014, Aktenzeichen: 5 Sa 378/14

Frau, Homeoffice

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