Wildunfall: Rufen Sie immer die Polizei!

Dienstag, 31.03.2015 DOD

Im Frühjahr und Herbst ist die Gefahr von Wildunfällen im Straßenverkehr besonders groß. Läuft ein Wildschwein oder ein anderes Tier plötzlich vor das Auto, kann es teuer werden, denn nicht alle Versicherungen übernehmen den Schaden. Außerdem kommt es bei Wildunfällen auch oft darauf an, welches Tier den Schaden verursacht und ob es von sich Spuren hinterlassen hat… 

Ein Autofahrer war mit seinem Wagen gegen einen Baum geprallt, nachdem ihm ein Reh vor das Fahrzeug gelaufen war. Darauf verlangte er von seiner Vollkaskoversicherung die Erstattung der Reparaturkosten von knapp 13.400 Euro und der Kosten für einen Gutachter von knapp 500 Euro. Doch die Versicherung wollte nicht zahlen, deshalb landete der Fall vor Gericht.

Tierischer Unfall sorgt für Streit

Im Prozess konnte der Mann zwar nicht beweisen, dass er tatsächlich mit einem Reh zusammengeprallt war, allerdings konnte die Versicherung auch nicht das Gegenteil nachweisen. Das hätte sie nach Ansicht des Gerichts aber tun müssen - schließlich war unstrittig, dass sich ein „unter die Fahrzeugvollversicherung fallender Unfall“ ereignet hatte. Laut Gesetz muss nämlich „nach einem Wildunfall die Vollkaskoversicherung den Schaden am Auto auch dann begleichen, wenn der Autofahrer keinen Nachweis vorlegen kann, dass es sich um ein Tier gehandelt hatte“. Im konkreten Fall war das Reh nach der Kollision zurück in den Wald gelaufen und hatte keine Spuren hinterlassen.     

Die Polizei hilft, Spuren zu sichern

Im Falle einer Teilkaskoversicherung gibt es hingegen eine andere Regelung. Laut Gericht muss eine Versicherung nur dann sämtliche Kosten übernehmen, wenn der Wildunfall auch bewiesen wird. Deswegen ist es immer wichtig, bei Unfällen dieser Art sofort die Polizei zu verständigen und bis zum Eintreffen der Beamten nichts am Unfallort zu verändern. Oft finden sich nämlich Tierhaare oder andere Spuren am Auto.Und nur so hat man hinterher die Chance – egal, welche Versicherung man abgeschlossen hat - nicht auf seinen Kosten sitzenzubleiben.

Textbezogene Paragraphen / Urteile:

Oberlandesgericht (OLG) Hamm, Urteil vom 20. Februar 2008, Az.: 20 U 134/07

Rehkitz

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Kaskoversicherung: Kostenübernahme bei Wildunfall
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