Im Krankenwagen beklaut

Freitag, 08.01.2016 MLK

Stellen Sie sich vor, Sie liegen allein und geschwächt im Krankenwagen. Wie skrupellos muss da ein Sanitäter sein, der Sie in dieser Situation beklaut? …

Doch genau dieser Skrupellosigkeit fiel ein stark alkoholisierter und bewusstloser Mann zum Opfer. Ihm stahl der Sanitäter im Krankenwagen 50 Euro - eine Tat, die noch gemeiner erscheint, wenn man weiß, dass der Sanitäter Beamter war.

Freiheitsstrafe und Jobverlust

Doch der Diebstahl kam dem Rettungshelfer schlussendlich doch noch teuer zu stehen: Vor dem Strafgericht wurde er vor kurzem zu 9 Monaten Haft auf Bewährung verurteilt. Doch das sollte noch nicht alles sein. Denn auch das Verwaltungsgericht entließ ihn im Wege eines Disziplinarverfahrens aus seiner Verbeamtung, da nach Meinung der Richter der Mann durch diese Tat nicht nur das Bild  des Sanitäters schwer beschädigt hätte, sondern auch das Vertrauen seines Dienstherrn und der Allgemeinheit verloren hätte.

„Nur“ 50 Euro?

Diskutiert wurde allerdings im Vorfeld trotzdem darüber, ob eine Entlassung nicht zu hart sei, da es sich ja „nur“ um 50 Euro gehandelt habe, die gestohlen wurden. Doch zum Schluss war klar: Bei einer solchen Tat ist es egal, wie viel Geld gestohlen wurde. Eine Entlassung des Sanitäters war unumgänglich.

Textbezogene Paragraphen / Urteile:

BVerwG Urt. v. 10.12.2015, 2 C 6.14

§ 13 Abs. 2 BDG

Rettungsdienst im Einsatz

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08.01.2016 09:29
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