Wer Angst vor Bello hat, ist selber schuld...

Mittwoch, 18.11.2015 MLK

Hunde sind für viele Sportler ein richtiges Nervthema. Denn diese reagieren oft wild auf Jogger oder Radfahrer. Da macht man lieber gleich einen weiten Bogen um die „Köter“...

Anders machte es allerdings ein Radfahrer, der mit Ohrstöpseln auf einem 2,3 m breiten Weg fuhr. Ein Fehler, wie sich später herausstellte. Denn der Radler achtete dabei nicht auf einen Hundehalter, der seinerseits extra mit seinem Hund stehen geblieben war, um den Mann durchzulassen.

Tierspezifische Gefahr

In dem Moment, als der Radfahrer jedoch den Passanten mit dem Hund erreichte, bellte der Vierbeiner plötzlich und machte einen Satz Richtung Rad. Da der Hundebesitzer das Tier allerdings vorausschauend an der kurzen Leine gehalten hatte, berührte der Hund zwar das Fahrrad nicht, doch vor lauter Schreck stürzte der Radler und verletzt sich dabei an Gesicht und Zähnen.

Bellos Herrchen soll zahlen

Darauf verlangte der Radfahrer von Bello bzw. seinem Herrchen Schadensersatz im vierstelligen Bereich. Doch dieser sah das nicht ein, da er seiner Meinung nach alles richtig gemacht hätte, und die ganze Sache kam vor Gericht.

Gericht sieht Schuld beim Radfahrer

Das Amtsgericht Coburg, das über die Sache entscheiden musste, sah allerdings auch keine Schadensersatzpflicht für den Hundehalter. Die Richter führten an, dass bei Kindern und alten Menschen ein Erschrecken wegen eines einmaligen Bellens verständlich sei. In diesem spezifischen Fall hätte der Radfahrer jedoch sehen müssen, dass der Hund angeleint gewesen war. Außerdem hatte er die Situation schon von weitem ausmachen können und sich  darauf einstellen müssen. Dafür, dass er beim Radfahren entspannt Musik gehört hätte und deswegen nicht aufmerksam gewesen war, könne der Hundehalter nichts. Für seine eigene Überreaktion ist der Mann also selber schuld und muss seine Arztrechnungen alleine tragen.

Textbezogene Paragraphen / Urteile:

AG Coburg Urt. v. 28.8.2015, 12 C 766/13 

§ 833 BGB

Hund mit Leine

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