Sportart „Hooligan“?

Dienstag, 27.01.2015 BJ

Extremsport oder Straftat? Mit dieser Frage mussten sich die Karlsruher Richter auseinandersetzen, als sie über die Strafbarkeit von fünf Hooligans aus Dresden entschieden. Die gewaltbereiten Mitglieder hatten sich zuvor regelmäßig zu organisierten “Sport-Prügeleien“ mit anderen Hooligans-Gruppen verabredet, die meistens in gefährlichen Körperverletzungen endeten. Der Bundesgerichtshof musste deshalb nun überlegen, ob und wie strafbar es ist, wenn man sich gegenseitig freiwillig die Zähne ausschlägt…

Die Schlägereien der Hooligans gelten als unberechenbar. Nicht selten geraten solche Veranstaltungen aufgrund der aggressiven Gruppendynamik außer Kontrolle. Deshalb stellte das Gericht relativ schnell klar, dass Hooligans, auch wenn sie auf derartige „Events“ regelmäßig trainieren, noch lange keine echten Sportler seien. Im Gegenteil: sie „seien eine Gruppe hochaggressiver Täter, die unter dem Deckmantel des Fußballs ihre Gewaltfantasien ausleben“. 

Und was bedeutet das jetzt?

Dies hat nun zur Folge, dass Ermittler der Staatsanwaltschaft zukünftig auch die Telefone der Verdächtigen im Vorfeld überwachen und geplante Treffen verbieten können. Und organisierte und gewalttätige Fußballfans müssen nun harte Sanktionen befürchten, da schon bei der reinen Mitgliedschaft oder Unterstützung einer solchen Vereinigung Freiheitsstrafen von bis zu fünf Jahren drohen…

Textbezogene Paragraphen / Urteile:

Bundesgerichtshof Karlsruhe Urt. v. 22.01.2015 Az. 3 StR 2337/14

§ 129 StGB

Hooligan mit Fußball

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27.01.2015 14:32
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