Hautkrebs nicht erkannt – Arzt vor Gericht

Dienstag, 08.12.2015 MLK

Eine Frau geht 2009 in eine Arztpraxis in Paderborn und lässt dort ihren verfärbten Zehennagel untersuchen. Sie glaubt, dass die Verfärbung von einem Stoß kommen müsse. Und ihr Arzt meint das auch. Damals ahnt die Frau noch nicht, dass dieser Zeh ihr Todesurteil sein würde…

Eine Probe des Zehs wurde im Labor untersucht. Fataler Weise war es der Patientin überlassen worden, zu entscheiden, welcher Teil des Fußes untersucht werden sollte. So hatte man dann auch keine Anzeichen auf Hautkrebs in den Laborergebnissen finden können.

Zehen-Amputation hätte ihr Leben retten können

Als die Patientin ein Jahr später zu einem anderen Arzt ging, weil die Verfärbung immer noch nicht weg war, wurde der Krebs endlich erkannt. Zu spät: 2013 starb sie an den Folgen - hätte man den Zeh das Jahr zuvor amputiert, hätte sie wohl überlebt.

Fataler Fehler

Der überlebende Ehemann klagte  - und gewann. Die Ärzte müssen ihm nun 100.000 Euro Schmerzensgeld zahlen. Denn das Oberlandesgericht hat nach einem Sachverständigengutachten entschieden, dass die Ärzte die erste Laboruntersuchung nicht umfangreich genug gemacht hatten. Ein Fehler, der alle Beteiligten teuer zu stehen kam!

Textbezogene Paragraphen / Urteile:

OLG Hamm Urt. v. 27.10.2015, 26 U 63/15

Basalzellenkarzinom, Hautkrebs

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08.12.2015 07:10
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