Kinder am Bahngleis – da gefriert einem das Blut in den Adern

Dienstag, 15.12.2015 PK

Am 12.12.2015 gegen 18.00 Uhr wurde die Einsatzzentrale der Hamburger Bundespolizei von einem aufgeregten Zeugen angerufen: Er meldete drei spielende Kinder auf den Bahngleisen. Kurz vorher hatte der Mann einen lauten Knall gehört…

Auch für erfahrene Beamte bedeutet ein solcher Einsatz eine schwere psychische Belastung – die meisten von ihnen sind schließlich selbst Familienväter. Und auch in diesem Fall rechnete die Streifenwagenbesatzung mit dem Schlimmsten. Zum Glück ist alles noch einmal glimpflich ausgegangen: Ein 12-jähriger Junge wartete das Eintreffen der Beamten ab, ließ sich dann widerstandslos aus der Gleisanlage herausführen. Seine beiden Kumpel (12 und 13 Jahre alt) hatten Fersengeld gegeben. Die drei Jungs hatten sich einen Spaß daraus gemacht, Schottersteine auf die Scheinen zu legen und abzuwarten, bis ein Zug drüber fuhr und die Steine pulverisierten.

Und die Eltern sind uneinsichtig...

Was in solchen Fällen immer folgt, ist eine eindringliche Belehrung der Kinder – und der Eltern. Auch die beiden „flüchtigen“ Kumpels konnten anschließend ausfindig gemacht und über die Gefahren an den Gleisen aufgeklärt werden. Was die Beamten mit Unverständnis zur Kenntnis nehmen mussten: Einige Eltern ließen sich durch die Gefahren an den Gleisen überhaupt nicht beeindrucken.

... trotz dieser Gefahren

Dabei gestalten die Polizisten ihre Aufklärung durchaus plausibel:

• Auf die Schienen gelegte und von Zügen überfahrene Steine zerplatzen zu scharfkantigen Splittern, die wie bei einer Explosion unkontrolliert umherfliegen. Diese Splitter können zu schweren Verletzungen und Sachschäden führen.

• Geschwindigkeiten. Ein Zug, der mit 100 km/h unterwegs ist, legt in einer Sekunde fast 30 Meter zurück. Bis er zum Stehen kommt, braucht er einen Bremsweg von 500 bis 2000 Meter. 

• In der Nähe von Gleisen können Kinder durch die Sogwirkung schnell fahrender Züge mitgerissen werden.

Einer, der nochmal Glück hatte

Das wäre einem 2-jährigen Jungen aus Gelsenkirchen beinahe passiert: Der Stöpsel marschierte mutterseelenallein unter einer Bahnschranke hindurch und stand dann ratlos auf den Gleisen. Hätte ein mutiger Taxifahrer nicht sein eigenes Leben riskiert, um den kleinen Kerl zu retten... Sekunden später raste der Zug vorbei.

Textbezogene Paragraphen / Urteile:

Eisenbahnbetriebsordnung § 64b

Junge am Gleis

Weitere Artikel

article
5477
Gefahr und Tod: Kinder am Bahngleis
Am 12.12.2015 gegen 18.00 Uhr wurde die Einsatzzentrale der Hamburger Bundespolizei von einem aufgeregten Zeugen angerufen: Er meldete drei spielende Ki...
/news/aktuell/gefahr-und-tod-kinder-am-bahngleis
15.12.2015 07:10
http://www.advopedia.de/var/advopedia/storage/images/media/images/junge-am-gleis/108788-1-ger-DE/junge-am-gleis_contentgrid.jpg
Aktuell

Kommentare