Billigen Fusel teuer verkauft – Strafe für Weinhändler

Freitag, 10.10.2014 BJ

10.000 € soll ein Essener Weinhändler pro Flasche Rotwein verlangt haben. Dem Etikett nach wäre die Flasche diesen Preis in Sammlerkreisen auch wert gewesen, denn laut Kennzeichnung handelte es sich um Rotwein aus einem legendären Weingut im Burgund. Von „in vino veritas" konnte jedoch keine Rede sein:

Alle Etiketten waren nämlich gefälscht. In den teuer verkauften Flaschen war bloß billiger, minderwertiger Fusel. Etwa 300 solcher Weinflaschen soll der Händler innerhalb von fünf Jahren so an den Mann gebracht haben. 

Vorsicht vor Feinschmeckern

Ein Kunde wurde misstrauisch und wandte sich an das Weingut, von dem der Wein angeblich stammen sollte. Als der Kellermeister die Brühe völlig schockiert ausspuckte, flog der Schwindel auf. 

Obwohl ganz klar ein Betrug vorlag, konnte das Gericht dem Weinhändler jedoch nichts nachweisen. Denn dieser hatte die Weinflaschen von Zwischenhändlern bezogen und wusste scheinbar selber von nichts. Ganz ungestraft kam der gute Mann dennoch nicht davon: Das Gericht verhängte gegen ihn eine zweijährige Bewährungsstrafe wegen Steuerhinterziehung, da er zuvor Rechnungen gefälscht hatte.

Textbezogene Paragraphen / Urteile:

Landgericht Essen Urt. v. 08.05.2014

§ 263 StGB

Flaschen in einer Fabrik

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Etikettenschwindel: Fusel als teuren Rotwein verkauft
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10.10.2014 08:00
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