Illegales downloaden von Musik: Nun gibt’s was auf die Ohren…

Montag, 16.03.2015 DOD

Musik aus dem Internet herunterzuladen hat eine magische Anziehungskraft, gerade für Jugendliche - und hat etwas Selbstverständliches. Doch dass, genauso wie beim Kauf einer Musik-CD in einem Geschäft, für das Runterladen von Musik aus dem Netz gezahlt werden muss, lassen viele außer Acht. Es ist ja scheinbar auch so leicht, die Kasse zu umgehen. Doch das kann hinterher teuer werden…

Über Monate hinweg hatte ein 13-jähriger illegal Musik aus dem Internet heruntergeladen und auf Internet-Tauschbörsen angeboten. Deshalb wurden seine Eltern unter anderem von Emi Music Germany wegen Urheberrechtsverletzung verklagt. Das Oberlandesgericht (OLG) gab den Klägern auch Recht und verurteilte die Eltern wegen „Verletzung der Aufsichtspflicht“ zu 3000 Euro Schadensersatz. „Sie hätten sehen und erkennen müssen, dass auf dem PC Tauschbörsenprogramme,so genannte „Filesharing-Software“, aufgespielt und zum Teil auch auf dem Desktop sichtbar gewesen seien“, so die Urteilsbegründung.

„Mit allen Wassern gewaschen“

Doch die Eltern hatten in dem Fall noch einmal Glück. Denn das Urteil wurde nun gekippt. Der Bundesgerichtshof (BGH) in Karlsruhe urteile: „Das OLG habe Anforderungen an ein ideales Elternpaar gestellt, das mit allen Wassern gewaschen sein müsse“, so der BGH. „Eltern müssten ihr Kind weder beim Surfen im Internet überwachen, noch den PC regelmäßig überprüfen oder den Internetzugang sperren“.

Es ist und bleibt illegal

Aber Vorsicht. Ein Freibrief fürs illegale Runterladen und das Wegschauen durch die Eltern ist das nicht: Voraussetzung ist laut dem BGH, dass „Eltern ihre Kinder über das Verbot ausreichend informieren“. Tun sie dies nicht, kann es teuer werden. Führende Unternehmen der Tonträgerindustrie haben nämlich bereits angekündigt, illegales Musik-Download weiter zu verfolgen – und dabei auch gegen Jugendliche und ihre Eltern vorzugehen. Weitere Prozesse vor dem BGH sind bereits in Planung. Das Risiko, am Ende also doch bezahlen zu müssen, bleibt daher hoch…

Textbezogene Paragraphen / Urteile:

Bundesgerichtshof: Urteil vom 15.11.2012, (Az.: I ZR 74/12)

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