Dreister Beamter: Außerordentliche Kündigung nach 55 Minusstunden!

Montag, 01.05.2017

Ein Beamter aus Hamburg hatte den Bogen überspannt. Zuerst hatte er sich selbst „versetzt“, danach sammelte er noch 55 Minusstunden an. Diese Null-Bock-Haltung honorierte sein Arbeitgeber mit einer außerordentlichen Kündigung. Das LAG Hamburg hat diese jetzt bestätigt und die Kündigungsschutzklage des Beamten abgewiesen.

Ja, es ist ein Klischee – Beamte sollen faul und bequem sein und wollen angeblich keine Minute zu viel arbeiten. Ein Verwaltungsangestellter aus Hamburg hat sich kürzlich jedoch mit seiner Arbeitsmoral wahrlich nicht mit Ruhm bekleckert. Um das Jahr 2007 herum ging es los. Erst „versetzte“ sich der Beamte laut community.beck.de selbst in den Innendienst, dann nahm er es mit den Arbeitszeiten nicht mehr so genau. Ständig erschien er zu spät oder verließ den Arbeitsplatz frühzeitig. Zudem soll er trotz Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung Sport getrieben haben und so seine Genesung herausgezögert haben.

Außerordentliche Kündigung wegen 55 Minusstunden

Eins kam zum anderen, und der Arbeitgeber sprach 2014 eine Abmahnung aus. Der Beamte sollte zumindest seine Minusstunden abbauen. Das versprach dieser. Er muss es mit seiner Zusage aber nicht so ernst gemeint haben, denn ein Jahr später war sein Minusstunden-Konto auf 55,9 Stunden (anstatt der erlaubten 20 Minusstunden) angewachsen. Der Beamte fühlte sich wohl sicher, denn er war als Angestellter des öffentlichen Dienstes nicht mehr ordentlich kündbar (wie die meisten Beamten). Sein Arbeitgeber griff zum letzten Mittel: Er holte die Zustimmung des Personalrats ein und stellte dem Arbeitsscheuen eine fristlose außerordentliche Kündigung aus.

Kündigungsschutzklage erfolglos

Dagegen reichte der Beamte eine Kündigungsschutzklage ein. Diese war in erster Instanz erfolgreich, wurde aber Ende 2016 schließlich vom Landesarbeitsgericht (LAG) Hamburg abgewiesen. Nachdem der Arbeitnehmer die Abmahnung nicht ernst genommen und weiter vertragswidrig gehandelt hatte, sah das LAG die außerordentliche Kündigung als rechtmäßig an. Im Urteil heißt es: Es sei „ersichtlich, dass Abmahnungen bei dem Kläger auf taube Ohren stoßen“. 

Fauler Angestellter

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01.05.2017 09:30
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