Das war nur eine Frage der Zeit: Drohne kracht in Airbus

Donnerstag, 21.04.2016 PK

Landeanflug auf den Londoner Flughafen Heathrow: 132 Passagiere und fünf Besatzungsmitglieder erleben den blanken Horror. Denn wenige hundert Meter über dem Boden wird die Maschine von einem Objekt getroffen – einer ferngesteuerten Drohne…

Dass der Flieger dennoch sicher gelandet ist und alle Insassen heil davonkamen, verdanken sie nur einem glücklichen Zufall: Die Drohne ist so abgeprallt, dass sie nicht in eines der Triebwerke geriet. Denn dann hätte es womöglich wegen des Leichtsinns eines irren Hobbyfliegers Tote gegeben. Aus gutem Grund ergreifen deutsche Behörden jetzt erste rechtliche Maßnahmen gegen Drohnen, sofern deren Benutzer sich nicht an Gesetze halten.

Der Himmel hängt voller Knöllchen

Zunächst mit Bußgeldern, die derzeit angesichts der Gefahr noch recht zahm erscheinen: 300 bis 450 Euro – der Bußgeldrahmen für Ordnungswidrigkeiten reicht aber hinauf bis zu stolzen 50.000 Euro. Teure Knöllchen für Überflieger, die den Flugverkehr gefährden oder Grundstücksbesitzer auf die Palme bringen, weil sie mit ihren eingebauten Kameras die Nachbarschaft ausspionieren. („Spion in der Nachbarschaft: 250.000 Euro Strafe für unerlaubten Drohnenflug“) Und das ist beileibe nicht aus der Luft gegriffen: Auch an deutschen Flughäfen kommt es immer wieder zu Drohnensichtungen. Und bis Ende 2015 berichteten Piloten sogar von sieben Beinahe-Zusammenstößen. 

Wie immer: ein paar irre Spaßverderber

Die Szene derer, die Spaß an den surrenden Mini-Hubschraubern haben, hat es einigen Verrückten unter ihnen zu verdanken, dass sich demnächst die Spielregeln verschärfen. Denn noch sind lediglich Flüge über Industrieanlagen, Kirchen und Autobahnen verboten. Und natürlich Flüge in großer Höhe. Interessant ist, dass viele Drohnenpiloten sich den Behörden quasi selbst ausliefern, weil sie ihre Videoaufzeichnungen ins Internet stellen.  Einer wurde so z:B. erwischt, als er im Internet über Funkkontakt zu seiner gut einen Kilometer hoch fliegenden Drohne berichtet hatte. Bisschen doof, aber gar nicht schlecht: Wenn das jeder Straftäter machen würde, gäbe es bald keine mehr.

Wenn sie nur wenigstens lesen könnten

Jedenfalls plant das Verkehrsministerium, private Drohnenflüge in mehr als 100 Metern Höhe komplett zu verbieten. Okay. Viele wissen wahrscheinlich gar nicht, dass sie sich strafbar machen. Was ein wenig verwundert. Denn für Drohnen mit einem Gewicht über fünf Kilo braucht man eine Genehmigung von der Luftfahrt­behörde. Und in diesem Papier steht alles, was man damit machen darf und was nicht. („Was darf ich mit einer Drohne machen, und was nicht?“)

Textbezogene Paragraphen / Urteile:

LuftVG und LuftVO

Flugdrohne über Wald

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