Arbeitszeugnis: Das kann einem so richtig die Karriere versauen

Dienstag, 04.08.2015 PK

Nach Expertenschätzung ist jedes zweite(!) Arbeitszeugnis nicht korrekt ausgestellt. Dabei ist wohl kein Dokument so wichtig: Das Zeugnis entscheidet schließlich darüber, ob man einen Job bekommt – und wie viel man dort verdienen wird. Doch keine Sorge: gegen ein falsches Arbeitszeugnis kann man vorgehen…

…vorausgesetzt, man findet die Fehler! Dabei geht es nicht vordergründig um die berüchtigten „Geheimcodes“ – die sind gesetzlich ohnehin verboten. Es geht vielmehr um die unprofessionelle Ausfertigung seitens Ihres Chefs.

Die häufigsten Fehler im Zeugnis

Viele Arbeitgeber haben Angst, dass ihre Formulierungen am Ende vor dem Arbeitsgericht landen werden und sie das Zeugnis ein zweites Mal ausfertigen müssen. Und deshalb lassen sie die eine oder andere Bewertung lieber gleich ganz weg. Leider wird das Zeugnis davon nicht besser. Denn unvollständige Angaben zeichnen beim Personalchef in der nächsten Firma mit Sicherheit ein negatives Bild. 

Ein Beispiel: 

Ein Dekorateur wird für seine  große Sorgfalt gelobt. Das klingt ja zunächst einmal ganz nett. In Wahrheit ist es aber eine Selbstverständlichkeit, die eigentlich gar nicht erwähnt werden muss. Viel wichtiger wäre es gewesen, seine ausgezeichnete Kreativität zu loben. Für den nächsten Chef spricht das Bände!

Was im Arbeitszeugnis stehen muss

Ob nun Taktik dahinter steckt oder nicht – Tatsachen, an denen der künftige Arbeitgeber Interesse hat, müssen im Arbeitszeugnis erwähnt werden. Das entschied das Bundesarbeitsgericht.  

Zeugnis-Korrektur wie ein Profi

Fehlen Angaben oder sind sie falsch dargestellt, müssen Sie als Arbeitnehmer sofort handeln. Weisen Sie unverzüglich auf Fehler hin, und verlangen Sie ein korrigiertes Zeugnis. Und wenn Sie schon dabei sind, Ihr Zeugnis zu durchforsten, lassen Sie auch gleich übertriebenes Lob streichen. Denn überall, wo Ihr Arbeitgeber Sie mit Superlativen lobt, macht er das Zeugnis unglaubwürdig. Das lässt nämlich auf ein sogenanntes „Gefälligkeitszeugnis“ schließen. Am besten, Sie holen sich für die Korrektur professionelle Hilfe. Die gibt es kostenlos im Internet, z.B. unter www.arbeitszeugnisgenerator.de

Textbezogene Paragraphen / Urteile:

BAG: 9 AZR 632/07

Arbeitszeugnis

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